2. Niederrhein Gravel Event
Das 2. Niederrhein Gravel Event hat gezeigt, welche schönen Gravelstrecken der Niederrhein zu bieten hat und dass man auch hier auf einige Höhenmeter kommen kann. Bei schönstem spätsommerlichen Wetter haben sich insgesamt 326 Gravelfahrer zum Start in Kalkar am Landhaus Beckmann eingefunden.
Für ganz ambitionierte Langstrecken-Gravelfahrer startete die 300 km lange Runde noch vor Sonnenaufgang um 6 Uhr. Um 9 Uhr ging es bei kühlen Temperaturen und noch leichten Nebelfeldern los zur 160 km-Runde. Eine Stunde später, um 10 Uhr, waren dann die Fahrer mit der 110 km-Strecke an der Reihe. Von der RSG Gelderland hat Juliane an der 160 km-Tour teilgenommen.
Zunächst ging es in den Süden Richtung Uedem durch die letzten Nebelschwaden und taunasses Gras, danach entlang Baggerseen über Weeze und Kevelaer. Doch lange hat es nicht gedauert, bis die spätsommerliche Sonne ihre Kraft entfaltet hat und man seine Arm- und Beinlinge getrost ausziehen konnte. Ein kleines Stück hielt man sich auf dem Niersradwanderweg auf, dann wurde man relativ zielgerichtet Richtung Niederlande geführt.
Dort fuhr man lange entlang der Nationalparks De Hamert und De Maasduinen – ein Blick auf das schöne Reindersmeer durfte man auf gar keinen Fall verpassen. Teilweise war es im Wald etwas schwieriger, der Route zu folgen, da einige Abbiegungen schwer zu erkennen waren. Meist haben die Spuren im sandigen Boden aber den entscheidenden Hinweis gegeben.
Nach 63 km kam dann schon die Verpflegungsstation am Lokal De Welsche Hut. Dort konnte man seine Trinkflaschen auffüllen, sich mit Snacks stärken oder einfach nur ein paar Minuten die Sonne genießen. Nachdem man wieder aufs Rad gestiegen war, hat sich nun der schönste Teil der ganzen Strecke offenbart. Ein Highlight war unter anderem die Ruine des Kasteel Bleijenbeek.
Weiter entlang der Maasduinen wurde es hinter Gennep bei Sint Jansberg merklich hügeliger, was dem Namen des nahegelegenen Orts Berg en Tal alle Ehre macht. Nachdem man die ersten Anstiege gemeistert hatte, wurde man mit schönem Ausblick belohnt. Weiter ging es wieder zurück in Richtung Deutschland, teils über den sehr sandigen Boden. Einer Fahrerin ist leider zu dem Zeitpunkt die Schaltung abgebrochen und sie musste sich abholen lassen.
Entlang des Reichswaldes ging es nun rasch Richtung Goch und dann mit einem größeren Umweg noch nach Bedburg-Hau. Über Schloss Moyland fuhr man dann aber wieder Richtung Kalkar, das Ziel langsam vor Augen. Der Umweg war bis hinter Schloss Moyland weniger spektakulär und hier wurde man auch länger über Asphalt geführt.
Nachdem man entlang des Lenbachs durch Kalkar geführt wurde, hatte es der letzte Anstieg der Strecke in sich. Ein kurzer knackiger Anstieg ging durch den Wald auf einem mit dickem Laub gefüllten Hohlweg. Dieser Anstieg ließ den ein oder anderen Fahrer aus den Pedalen fliegen und spätestens, als ein querliegender Baumstamm den Weg versperrte, mussten die meisten Fahrer kurz vom Rad absteigen. Danach ging es zum Glück nur noch hinab zum Landhaus Beckmann.
Nach über 7 Stunden im Sattel und mehr als 700 Höhenmetern wurde am Landhaus Beckmann verdient mit Finnischem Buffet und einigen kühlen Getränken entspannt. Besser hätte das Event nicht laufen können – einziger Kritikpunkt: ein paar mehr Stationen, an denen man seine Flaschen auffüllen hätte können, wären toll gewesen. Vielleicht wird das ja im nächsten Jahr verbessert.
Das Event ist definitiv gesetzt für nächstes Jahr.

